Lars
Lars, Jahrgang 1996, schwul, positiv seit 2016
Hi, ich bin Lars.
Cool, dass du hier bei mir gelandet bist.
Ich lebe aktuell seit Kurzem wieder in Berlin. Im letzten Jahr habe ich viel Zeit zwischen Berlin und Amsterdam verbracht – beruflich sehr intensiv in Amsterdam, mit vielen Veränderungen. Jetzt bin ich wieder hier, zurück in Deutschland und in Berlin.
Ich bin - zumindest was meine Freizeit angeht - ein kreativer Kopf, bin gerne unterwegs und bin öfter mal in der Szene oder in dem einen oder anderen Club anzutreffen. Mir ist dabei vor allem wichtig, mich frei, authentisch und ohne mich rechtfertigen zu müssen, bewegen zu können.
Als ich 2016 von meiner Infektion erfahren habe, war das eher durch einen Zufall. Ich hatte kurz davor eine heftige Grippe gehabt, nach der mein Hausarzt eigentlich „nur mal mein Blut checken“ wollte.
Für mich war damals HIV nicht ganz unbekannt. Ich war halbwegs darüber informiert und hatte sogar einige wenige Bekannte, die HIV-positiv waren. Und dennoch hat es mich, trotz Vorwissen, ordentlich aus der Bahn geworfen. Plötzlich war es eben nicht mehr nur „Ich kenn da jemanden …“, sondern es betraf mich auf einmal selbst und war mitten in meinem Leben, ohne, dass ich irgendetwas tun konnte oder irgendeine Kontrolle darüber gehabt hätte. Plötzlich war es nah. Persönlich.
Mittlerweile – mit fast 10 Jahren Abstand – sehe ich meine HIV-Infektion ein bisschen anders. Das alles ist eben ein Teil von mir geworden. Aber mein Alltag ist ganz normal. Arbeit, Freund*innen, Kultur, unterwegs sein, feiern, Nähe, Sex, Zukunftspläne – all das ist da. Die Therapie ist Routine, eine Tablette am Tag, mehr nicht. Keine Einschränkungen, keine ständige Angst, kein „anders sein“. HIV ist da – aber es steht nicht im Mittelpunkt meines Lebens.
Allerdings habe ich auf meinem Weg hierher, wo ich heute bin, super viele tolle Menschen kennengelernt und neue Erfahrungen machen können.
Mir hat es damals gerade am Anfang sehr geholfen, dass ich mich mit (eben bereits genannten) Freunden austauschen und sie eigentlich alles fragen konnte, was mich bewegt hat.
Als Buddy möchte ich dir genau das mitgeben:
Du bist nicht allein. Und du musst nicht „schnell stark“ sein.
Es ist völlig okay, wenn gerade vieles durcheinander ist, wenn Fragen auftauchen, wenn Gefühle wechseln. Ich höre dir zu, teile meine Erfahrungen und begleite dich – ohne Druck, ohne Erwartungen.
Du bist Teil einer größeren Community, in der viele ähnliche Erfahrungen machen :-)
Also egal, welche Fragen oder Gedanken gerade in dir rumschwirren:
Melde dich bei mir, und wir bringen gemeinsam wieder etwas Klarheit rein – zum Beispiel bei einem Kaffee.